Waldgarten – Bäume mit essbaren Früchten

Nahrungssicherheit im Klimawandel

Seit dem Herbst 2019 entsteht auf dem ehemaligen Lautex-Gelände ein Schaugarten mit einem innovativem Konzept.

 

Als Antwort auf die Probleme, die die Extreme des Klimawandels für den konventionellen Obst und Gemüseanbau mit sich bringen, sollen in diesem Garten ausschließlich mehrjährige Sorten angebaut werden.

Wie in einem Wald, werden die Pflanzen auf verschiedenen Eben wachsen und sich gegenseitig durch ihre nutzbringenden Eigenschaften begünstigen, ein Mikroklima fördern, einen gesunden Boden aufbauen und CO2 speichern – und natürlich leckeres und spannendes Obst und Gemüse produzieren.

Was genau ist ein Waldgarten?

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Ein Waldgarten ist ein ökologischer Garten, in dem mehrjährige Obst- und Gemüsesorten, Nutz- und Heilpflanzen, sowie Pflanzen, die als Lebensraum und Nahrung für Tiere und Insekten dienen, angebaut werden.

 

Ein Waldgarten ist in seinem Aussehen mit einem jungen Waldstück zu vergleichen - ein luftiger Garten mit großen Bäumen in großzügigen Abständen, mit Büschen, Bodendeckern und kletternden Pflanzen.

 

In einem Waldgarten gibt es 7 Anbauebenen. Große Bäume, mittelgroße Bäume, Büsche, krautige Stauden, Bodendecker, Wurzeln und Kletterpflanzen. Waldgärten sind von einem Windschutz in Form von Hecken oder Gebäuden umgeben. Dadurch werden Wärme und Feuchtigkeit bewahrt. Es entsteht ein Mikroklima, welches extreme Temperaturschwankungen entgegenwirkt und gegen extremes Wetter schützt.

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Für das Klima und die Umwelt

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 Waldgärten sind nachhaltig und bieten eine Alternative zu den Problemen des konventionellen Acker- und Gartenbaus.

 

Durch gezielte Pflanzenwahl und das geschaffene Mikroklima können Pflanzenausfälle durch extreme Wetterverhältnisse kompensiert und minimiert werden.

 

Lockerer, humusreicher Boden besitzt eine hohe Wasserspeicherkapazität und kann bei Trockenheit Wasser länger halten. Artenvielfalt der Pflanzen führt zu höherem allgemeinen Ernteertrag, der sich über einen langen Zeitraum erstrecken kann.

 

Es gibt weniger Ernteausfälle, da es keine Monokulturen gibt. Waldgärten tragen zum Natur- und Umweltschutz bei und wirken sich positiv auf die Artenvielfalt von Vögeln und Insekten aus. Sie bieten Lebensraum und Nahrung.

 

Positiv ist der Waldgarten vor allem für Bienen, da Pflanzen u.a. für den Zeitpunkt der Blüte gewählt werden.

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Nährstoffhaushalt und Kohlenstoffspeicher

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 Waldgärten zeichnen sich durch einen ausgeglichenen Nährstoffhaushalt aus. Der Nährstoffbedarf ertragreicher Pflanzen wird durch Pflanzen gedeckt, die den Boden mit Stickstoff und anderen Nährstoffen anreichern. Anfallender Verschnitt, Gras und Laub bleiben größtenteils liegen und verrotten an Ort und Stelle.

 

Dadurch sind sie für den Nährstoffaustausch sofort verfügbar. Durch tiefwurzelnde Pflanzen werden Nährstoffe aus tiefliegenderen Erdschichten zugänglich gemacht. Eine ungestörte Entwicklung der Erdeschichten, ohne Eingriffe wie Umgraben, trägt zu einer Ausbildung einer Wurzel- und Pilzmyzel- Symbiose bei, die sich weiterhin positiv auf die Entwicklung des Systems auswirkt.

 

Anders als bei konventionellen Gärten, wird der Boden eines Waldgarten kaum gestört. Dadurch wird die Freisetzung von CO2 minimiert und durch den kontinuierlichen Zuwachs von Biomasse CO2 gespeichert.

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Welche Pflanzen wachsen im Waldgarten

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 Im Waldgarten gibt es vorwiegend mehrjährige Pflanzen. Diese wirken langzeitig im Ökosystem, haben einen geringeren Energieverbrauch, sind oft resistenter und können sich besser an klimatische Schwankungen anpassen.

 

Obwohl sich im Waldgarten viele einheimische und alte Obst- und Gemüsesorten ansiedeln werden, wird es wegen des Klimawandels auch viele Pflanzen von anderen Kontinenten geben, die gut mit Klimaextremen zurechtkommen.

 

 In unsere neugepflanzten Wildhecke stehen zum Beispiel:

 Holunder, Wildrosen, Aronia, Johannisbeeren, Felsenbirnen, Sanddorn. Diese Büsche haben wir teilweise mit Walderdbeeren, Beinwell und Lungenkraut als Bodendecker und Nährstoffsammler unterpflanzt.

 

Außerdem haben wir eine Maulbeere als mittelgroßen Baum gepflanzt. Folgen sollen unter anderem zwei nordamerikanische Pekannussbäume und eine Kaki, Kiwis, sibirische Blaubeeren und vieles mehr.

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Umsetzung des Projekts

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 Waldgärten werden über mehrere Jahre angelegt. Priorität bei der Pflanzung haben Hecken und Bäume, da diese die Grundstruktur des Gartens darstellen und am längsten zum Wachsen brauchen. Gepflanzt wir vorzugsweise im Herbst oder im Frühjahr.

 

Unser Waldgarten wächst auf dem Abrissgelände der Lautexfabrik. Wegen des strapazierten Bodens vor Ort, ist eine Bodenaufbesserung durch Mulchen mit Holzschnipseln und Gründüngung von Vorteil bevor Bodendecker gepflanzt werden. Diese Aufbesserung wird durch „Inseln“ um die Bäume geschehen, die langsam vergrößert werden.

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Wer kann mitmachen?

Wer Lust am Gärtnern und Planen hat oder einfach interessiert ist, ist herzlich eingeladen!

 

Wir treffen uns jeden Dienstag von 15.00 bist 17.00 auf dem Gelände des Lebensträume e.V.

 

Menschen aller Altersgruppen und Fähigkeiten sind willkommen.

Spenden

Der Waldgarten ist ein gemeinnütziges Projekt. Wir freuen uns über Spenden! Über essbare Pflanzen, Samen, Holzhäcksel, Pappe und Gartengeräte sind wir immer dankbar.

Baumpaten gesucht!

 Das Projekt ist nicht gefördert. Wenn Sie uns unterstützen möchten, werden Sie Baumpate oder -patin und sponsern Sie einen Baum. Ideal auch als Geschenk möglich.

Kontakt

 Projektleiterin: Claudia Pohl

E-Mail: waldgarten-lebens.t.raeume@gmx.net

 

Oder einfach vorbeikommen:

jeden Dienstag von 15:00 bis 17:00 Uhr

Ernst-Thälmann-Straße 38

02727 Ebersbach-Neugersdorf

Aktuelles

Am 03.10.2019 fand eine besondere Geburtstagsaktion auf unserer Wiese statt: 23 (!) Bäumchen und Sträucher wurden gepflanzt. Es war ein wundervoller Tag und die Bienchen werden sich freuen.