Waldgärten sind ökologische Gärten, in denen Obst und mehrjährige Gemüsesorten, sowie Pflanzen, die als Lebensraum und Nahrung für Tiere und Insekten dienen, angebaut werden. Sie ähneln in ihrem Design dem mehrschichtigen Aufbau junger Wälder. Zwischen Obst- oder Nussbäumen wachsen Beerensträucher, Kräuter, Bodendecker und Kletterpflanzen. Durch den ganzjährigen Bewuchs ist der Boden vor Witterungseinflüssen geschützt und ein ausgeprägtes Bodenleben kann sich entwickeln. In gut angelegten Waldgärten unterstützen sich unterschiedlichste Pflanzen gegenseitig. Sie liefern Stickstoff und andere Mineralien, spenden Schatten und speichern Feuchtigkeit. So entstehen Ökosysteme, die widerstandsfähig gegenüber Wetterextremen und Pflanzenschädlingen sind. Waldgärten bieten nicht nur ein vielfältiges Nahrungsangebot über die gesamte Vegetationsperiode hinweg, sondern erfüllt noch viele weitere Funktionen.
Klimaschutz - Durch die Nutzung von mehrjährigen Pflanzen speichern Waldgärten Kohlenstoff, reichern den Boden mit Humus an und wirken dadurch als CO2-Senke dem Klimawandel entgegen. Bei großer Hitze im Sommer bieten Waldgärten kühlere Temperaturen durch ihr waldähnliches Mikroklima und bei Starkregen können die tief durchwurzelten, lockeren Böden viel Wasser speichern.
Artenschutz - Durch eine gezielte Auswahl an Pflanzen mit unterschiedlicher Größe und Nahrungsangebot entstehen artenreiche Lebensräume. Hier fühlen sich viele, zum Teil bedrohte Tierarten wohl, die in der modernen Agrar-Landschaft keinen geeigneten Lebensraum mehr vorfinden.
Begegnung und Bildung - Von der Planung und Pflanzung bis zum gemeinschaftlichen Gärtnern, Ernten und Verarbeiten der Lebensmittel, bietet ein Waldgarten immer wieder Raum für Begegnung und Austausch. Der geringe Pflegeaufwand mehrjähriger Pflanzen ermöglicht dabei eine entspannte Bewirtschaftung durch eine kleine oder größere Gruppe in der Freizeit. Für Kindergärten, Schulklassen oder Umweltgruppen aus der Umgebung ist der Waldgarten ein lebendiger Lernort. Hier können Kinder (und auch Erwachsene) Zusammenhänge in der Natur praktisch erleben und verstehen und bekommen einen direkten Bezug zur Herkunft von Lebensmitteln.