6. Oberlausitzer Bienenfachtag

07. April 2018

Beginn: 10.00 Uhr | Einlass ab 9.00 Uhr

Veranstaltungsort: „Rößlers Ballsaal“ | Rudolf-Breitscheid-Straße 32 | 02727 Ebersbach-Neugersdorf

Ansprechpartner: René Schieback | 0174 33 89 623

 

In diesem Jahr wird zum 6. Mal der Oberlausitzer Bienenfachtag stattfinden.

 

Was 2013 als kleine Informationsveranstaltung mit ca. 50 Gästen ins Leben gerufen wurde, entwickelte sich von Jahr zu Jahr zu einer der größten deutschen Fachveranstaltungen in der Imkerszene. So kamen im vergangenen Jahr schon über 400 Teilnehmer aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz, Tschechien und Polen nach Ebersbach-Neugersdorf, um den Vorträgen aus Bienenwissenschaft und Imkerpraxis zu lauschen, aber auch, um sich kennenzulernen, sich auszutauschen

und Kontakte zu knüpfen. Auch in diesem Jahr wird aufgrund der Themenauswahl eine ähnlich hohe Teilnehmerzahl erwartet.

 

Frau Dr. Bettina Ziegelmann (Universität Hohenheim) wird von ihren wissenschaftlichen Versuchen und Ergebnissen bzgl. eines neu entdeckten Wirkstoffes gegen die Varroamilbe berichten. Auf der Basis von Lithiumchlorid kann es den Bienen verfüttert werden Es schädigt diese nicht und lässt die Milbe fallen. Die Arbeit von Frau Dr. Ziegelmann löste in der deutschsprachigen Imkerpresse ein kleines Erdbeben aus. Welche Risiken aber auch Chancen birgt dieses Mittel tatsächlich? Welche Testläufe müssen noch bestanden werden und was unterscheidet es von den bislang zur Verfügung stehenden? Diese und weitere Fragen wird Frau Dr. Ziegelmann in der anschließenden Diskussionsrunde beantworten.

 

Der Ökotoxikologe Prof. Dr. Werner Kratz (Freie Universität Berlin) berichtet über den Einfluss von Pflanzenschutzmitteln auf das biologische Gleichgewicht unserer Umwelt. Unter dem Titel „Pestizide - eine Gefahr für die Bienen? - Sachstand und Lösungsansätze“ wird Dr. Kratz über Problem-Pestizide, Neurotoxine und Totalherbizide sprechen, welche die Tracht vernichten. Unter welchen Bedingungen werden Pestizide überhaupt zugelassen Imkerinnen und Imker fürchten beim Einsatz hochgiftiger Substanzen in der Natur um ihre Bienen. Aber wie wirken viele dieser unterschiedlichen Mittel tatsächlich auf Insekten, Kriechtiere, Fische, Vögel usw.? Wie lange lagern sie sich im Boden an und, die wohl wichtigste Frage: Gibt es Alternativen? Prof. Dr. Werner Kratz ist davon überzeugt und wird den Teilnehmern wissenschaftlich fundierte Antworten bieten.

 

Der Gründer der Sächsischen Imkerschule, René Schieback, wird in seinem Vortrag ein besonderes Buch vorstellen. In Zusammenarbeit mit Imkermeister Hans Beer, der in der deutschsprachigen Imkerschaft als einer der Gottväter auf dem Gebiet der Bienenhaltung und -zucht gilt, wurde in den letzten zwei Jahren gemeinsam ein Buch geschrieben, welches die moderne Betriebsweise in einer wirtschaftlich arbeitenden Imkerei, die Beer über viele Jahre entwickelte und ständig verbesserte, detailliert zum Ausdruck bringt. Dieses Buch ist auch aus einem weiteren Grund eine Besonderheit: es enthält die deutsche Übersetzung eines

amerikanischen Imkerbuches, geschrieben von C.P. Dadant, der schon vor über 100 Jahren in Amerika den Grundstein für eine wirtschaftlich funktionierende Imkerei mit über 500 Völkern legte. Die Firma Dadant & Sons ist heute eine der größten Imkereibetriebe in den USA. Die Erkenntnisse aus dieser Übersetzung könnten moderner nicht sein - da dieses Buch jedoch bislang nicht ins Deutsche übersetzt wurde, fehlte dieses Wissen praktisch über viele Jahrzehnte. Das Buch von C.P. Dadant legte auch den Grundstein für die Arbeit von Bruder Adam, einem der wohl bekanntesten Bienenzüchter weltweit. Hans Beers Worte nach dem ersten Durchlesen der Übersetzung waren: „Warum wurde uns dieses Wissen nicht schon früher zur Verfügung gestellt? Wir hätten uns so viel Mühe und Investition sparen und so viel mehr Honig ernten können.“ Im Buch kommentiert Beer Kapitel für Kapitel von Dadant und ergänzt altes Wissen mit heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen und imkerlichen Erfahrungen. Gern hätte er es selbst beim 6. Oberlausitzer Bienenfachtag in Neugersdorf vorgestellt. Leider ist der große Hans Beer jedoch am 2. Dezember 2017 im Alter von 75 Jahren verstorben. René Schieback, der gemeinsam mit Hans Beer, Marion Loeper und Tino Lorz an diesem Buch arbeitete, wird nun diese Aufgabe übernehmen.

 

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung zum 6. Oberlausitzer Bienenfachtag unbedingt notwendig. Bitte nutzen Sie nachstehendes Anmeldeformular. Die telefonische Anmeldung kann unter 0174 338 96 23 erfolgen.

 

Die Teilnahmegebühr beträgt 25,00 € pro Person. (Der Verein LEBENs(T)RÄUME e.V. deckt davon die Reise-kosten, Raummiete, Honorare, Übernachtungskosten für die Fachexperten sowie den Organisationsaufwand.)

 

Saatguttauschbörse

 

Da Bienen ohne pollen- und nektarspendende Pflanzen nicht überleben können, wird an diesem Tag ab 14.00 Uhr auch wieder eine Saatgut- und Pflanzentauschbörse stattfinden. Eingeladen dazu sind alle, die sich für den Anbau von Pflanzen interessieren. Wer nicht weiß, wohin mit seinem Saatgut und überzähligen selbst herangezogenen Jungpflanzen: Hier ist Gelegenheit, diese zu tauschen oder an andere weiterzugeben. Auch wer nichts mitbringen kann, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Die Teilnahme an der Saatguttauschbörse ist kostenlos. Es bedarf keiner Anmeldung.

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